Die zwei Gesichter des Alex Zverev – Viertelfinal-Aus des Titelverteidigers

von Fabian Eckl

Die einzige Konstante im Spiel des (noch) Weltranglistendritten ist aktuell die Unbeständigkeit. Die zeigte der in München an Nummer 1 gesetzte Hamburger am Freitag auch auf dem Center Court.

Lange mussten die Zuschauer bei eiskaltem Wetter ausharren bis das vorangegangene Viertelfinale zwischen Marco Cecchinato und Márton Fucsovics nach drei gespielten Sätzen und Regenunterbrechung beendet war und endlich die Kontrahenten Alex Zverev und  Christian Garin den Platz betraten. Natürlich wurde der Titelverteidiger mit herzlichem Applaus begrüßt, schaffte es aber in der Folge nicht, den Heimvorteil gegenüber seinem Herausvorderer zu nutzen. Chancen hierfür hätte es allerdings zuhauf gegeben.

Nach anfänglich schneller Führung verlor er immer wieder den Faden im Spiel und konnte nur phasenweise mit gelungenem Aufschlagspiel und sicheren Returns überzeugen. Zum wechselhaften Spiel gehörten bei ihm aber auch Doppelfehler und viele unerzwungene Fehler bei denen der Ball im Netz oder hinter der Grundlinie landete. Auch die in der Folge vom Chilenen oft eingesetzten Stoppbälle, die Zverev an Netz locken sollten, konnte dieser nur selten erlaufen und wurde, falls es doch einmal gelang, meist am Netz mit einem Passierball bezwungen.
Obwohl er sowohl drei Matchbälle Garins abwehrte, einen Entscheidungssatz erzwang und sogar zwei eigene Matchbälle erspielte, genügte die Leistung schlussendlich nicht zum Weiterkommen ins Halbfinale.

Dabei strahlte Zverev, obwohl er in München in seiner selbsternannten „Wohlfühloase“ spielte, immer wieder Unkonzentriertheit und mangelndes Selbstvertrauen aus, warf den Schläger weg und verzettelte sich in Diskussionen mit der französischen Schiedsrichterin. 
Ein Gefühl, welches sich auch auf das Publikum übertrug: Während sich in den guten Phasen Zverev und das Publikum gegenseitig anfeuerten, fehlte in kritischen Momenten aber oft der Rückhalt beim Publikum, das immer ruhiger wurde und bei dem sich mehr und mehr Zweifel am Weiterkommen des Favoriten einstellten. 

So war es letztlich weder überraschend noch unverdient, dass der Titelverteidiger früh im Turnierverlauf scheiterte und schnell den Platz verließ. 
Alex Zverev setzte somit seine unerfreuliche Serie auch in München fort: Es war hier bereits das sechste Turnier (davon 4 Sandplatzturniere), bei dem spätestens nach dem zweiten Match das Turnier für ihn beendet war. Eine Entwicklung, die im Hinblick auf die anstehenden Stationen in Madrid, Rom und bei den French Open nicht gerade optimistisch in die Zukunft blicken lässt.  

Aber vielleicht verziehen die sich die dunklen Wolken über der aktuellen Form des Hamburgers so schnell wieder, wie hoffentlich auch der Sommer in München Einzug hält…

 

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